Die Chronik der BKG

Die Baumholderer Karnevalsgesellschaft (BKG) wurde am 9. Dezember 1950 als Nachfolger der beiden vor dem Krieg in Baumholder bestehenden Karnevalsvereine "Mer wolles emol riskere" und "Mer sin net so" von 15 Personen gegründet. Der neue Verein um den Vorsitzenden Heinrich Pickard fackelte nicht lange und begeisterte schon nur wenige Wochen nach der Gründungsversammlung am 25. und 26. Januar 1951 mit den ersten beiden Veranstaltungen.

Die junge BKG erfreute sich bereits kurz nach ihrer Gründung immer größer werdenden Zuwachses, die Veranstaltungen hatten regen Zulauf. Allerdings war es bereits in den ersten Jahren sehr schwierig, geeignete Räume für die Veranstaltungen zu finden. In diesen Jahren standen lediglich die Gastwirtschaft Schmidt, das Hotel "Zur Post" und das Café Schneider zur Verfügung. Erst 1954 kam es zu einer spürbaren Verbesserung, da die Narren von nun an den Saal des sagenumwobenen Pa-Pa- Clubs nutzen konnten.

Trotz des neuen Saales kam es innerhalb des Vereines zu einer Krise, die darin gipfelte, dass in der Fastnachtssession 1954/ 55 keine Veranstaltungen stattfanden. Durch einen Beschluss der Mitgliederversammlung vom 24. Januar 1956 wurden alle weiblichen Mitglieder aus der BKG ausgeschlossen, "um in Zukunft allen Ärgernissen aus dem Weg zu gehen", wie es im alten Protokollbuch heißt.

Ab 1956 erlebte die BKG einen neuen Aufschwung, der eng mit dem Namen Helmut Reichmann verbunden ist, der eigens für die BKG den Baumholderer Fastnachtsschlager "Schönes Baumholder" komponierte. In den folgenden Jahren wurde für die Prunksitzungen jeweils ein Liederbuch herausgegeben.

Die BKG hatte für Vorträge hervorragende Aktive in ihren Reihen. Notar Ernst Skrupke, Edmund "Stresi" Müller, Hans Backes und Heini Bier mit der Lokalkanone, um nur einige zu nennen. Auch die Westrich- Sänger und eine anmutige Prinzengarde zählten schon damals zu den Höhepunkten des Programms - ähnlich wie heute.

1964 schließlich wurde der Pa-Pa- Club verpachtet und stand der BKG nicht mehr zur Verfügung. Auch Bemühungen, die Brühlhalle für die Prunksitzungen zu nutzen, scheiterten. Die BKG sah sich nur noch in der Lage, Maskenbälle und Kindermaskenbälle im Café Schneider zu organisieren. Aber auch diese Aktivitäten stellte der Verein schließlich ein. Die BKG bestand zwar noch auf dem Papier, aber das Vereinsleben ruhte.

Bis 1985. Damals setzte sich eine Gruppe junger Leute um den heutigen Elferrat und Kassierer Bernd Mai mit einigen der Altaktiven zusammen, um die BKG zu reaktivieren und wieder Veranstaltungen abzuhalten. Nach Gesprächen zwischen Bernd Mai, Frank Meschenmoser und Helmut Schmitt mit Verbandsbürgermeister Volkmar Pees konnte die Brühlhalle genutzt werden. Eine intensive Werbeaktion führte dazu, dass die BKG nach nur wenigen Monaten wieder mehr als 200 Mitglieder hatte.

Am 8. und 9. Februar 1986 schließlich fanden die ersten Prunksitzungen unter dem Motto "Baumholderer Fassenacht - vom Dornröschenschlaf erwacht" statt. Erster Sitzungspräsident der neuen BKG war der mittlerweile verstorbene Ehrenpräsident des Elferrats, Gerhard Jäger. Auch konnte die BKG dem närrischen Publikum mit Prinzessin Monika I. (Wiertz) und Prinz Frank I. (Meschenmoser) ein Prinzenpaar präsentieren.

Im Programm der Prunksitzungen fanden sich einige der Altaktiven der 1950er-Jahre. Die BKG erfreute sich binnen weniger Jahre solch großer Beliebtheit, dass regelmäßig beide Prunksitzungen in der Brühlhalle ausverkauft waren.

1987 übernahm der Prinz des Vorjahres, Frank Meschenmoser, das närrische Zepter und wurde Nachfolger von Gerhard Jäger als Elferrats- und Sitzungspräsident. Dieses Amt bekleidete er bis 2019. "33 Jahre sind genug", dachte er sich und gab das Amt des Sitzungspräsdienten an seine Tochter Maren Meschenmoser weiter, die ab sofort gemeinsam mit Yannick Simon als Duo durch die Sitzungen führte.

1990 wären beinahe die Fastnachtsveranstaltungen der BKG ausgefallen, weil die Brühlhalle neu gebaut und nur wenige Wochen vor der Fastnacht fertig gestellt wurde. Nach dem Umbau können nun insgesamt mehr als 800 Zuschauer an zwei Abenden die Prunksitzungen der BKG verfolgen.

In der Karnevalssession 1990/91 schließlich fiel die Fastnacht in Baumholder wegen des Golf- Krieges tatsächlich aus. Das Programm für die beiden Prunksitzungen stand zwar bereits. Man erklärte sich aber mit den Baumholder US-Soldaten, die seinerzeit am Golf stationiert waren, solidarisch und beschloss daher, die Fastnacht nicht zu feiern.

Dies tat der Fastnacht aber keinen Abbruch. 1992 ging es in altbewährter Form und in großer Erwartung des närrischen Publikums weiter. Allerdings sollte noch einmal die Fastnacht ausfallen; nicht nur eine Sitzung, sondern eine ganze Session. im Jahr 2020 erfasste die Corona-Pandemie die ganze Welt und machte ein Feiern in gewohnter Form unmöglich. Das Prinzenpaar der Session 2019/2020, Prinzessin Astrid I. und Prinz Stefan II., gingen einfach in die Verlängerung: Sie waren zwei Amtszeiten für ihren Verein aktiv.

Die BKG zählt heute rund 450 Mitglieder und ist damit nach dem VfR der zweitgrößte Verein in Baumholder. Etwa 70 Mädchen, junge Damen und auch Jungs tanzen in den fünf Garden (Prinzengarde, Jugendgarde, Minigarde, Wonneproppen und Zappelinos) der BKG. Als weitere feste Gruppierungen sind ferner das Männerballett, die Damen ohne Namen, die Tanzmariechen und nach wie vor die Westrich-Sänger zu nennen. Sie trainieren zum Teil das ganze Jahr.

Die Vereinsaktivitäten beschränken sich längst nicht nur auf die Prunksitzungen. Daneben werden auch der Rosenmontagsumzug und der daran anschließende Kinderfasching von der BKG organisiert. Auch für das Vereinsleben wird einiges getan, so das jährliche Helferfest, Fahrten auf Weinfeste oder Städtefahrten, wie 1999 nach Stuttgart. Außerdem beteiligt sich die BKG jährlich am Altstadtfest und an der VG-Fastnacht.